DAS VEREINSHAUS, DIE CHRONIK
Chronik von 1960 - 2017

Unser Vereinshaus
Am 19. Juli 1960 wurde dem Verein „Deutsche Scholle" die Genehmigung für den Bau eines Vereinshauses von der Stadt Osnabrück erteilt. Gustav Diekmann zeigt uns in seiner Einweihungsrede am 13. Juni 1962, wie mühselig die Entstehung dieses Vereinshauses war. Die Rede stand unter dem Thema: „Kleingärtner sein heißt Idealist sein", denn nur Idealisten war es möglich, die die Grundbaumaterialien ergänzenden Dinge, wie Dach, Fenster, Türen. Waschbecken, Fliesen usw., die alle aus Abbrüchen stammten, zu besorgen. Was zu keinem Bau mehr zu gebrauchen war, haben Kleingärtner mühselig zusammengesetzt und in Ordnung gebracht, um es für den Bau des Vereinshauses zu verwenden. Es galt, nach 1945, den Kleingärtnern, die bemüht waren, mit ihrer Arbeitskraft zur Verschönerung der Stadt Osnabrück beizutragen, Ansehen und Geltung zu verschaffen, der Stadt zu beweisen, daß es ihnen ernst war mit dem Kleingartenwesen, um dadurch einen besseren Kontakt zu Rat und Verwaltung herzustellen. Das war der Zweck des Baues, und er wurde erfüllt durch die Anerkennung unserer Arbeit im Rat durch Oberbürgermeister Kelch, Senator Haas und Bürgermeister Erpenbeck, sowie durch die Unterstützung des Dezernenten für das Liegenschafts- und Kleingartenwesen, Dr. Senpf, und der tatkräftigen Hilfe der Herren Schubert und Hörmann vom Liegenschaftsamt, die auch Sonnabende und Sonntage opferten, um uns zu helfen. Ebenso sollte dem Kleingärtner ein Heim geschaffen werden für Begegnung und Schulung und ein Platz für die Arbeit an gemeinsamen Problemen. Durch die spätere Anlage des Spielplatzes und das Aufstellen von Bänken auf dem Platz vor dem Vereinshaus sollte alt und jung, ob Kleingärtner oder nicht, hier Ruhe und Erholung finden, denn die Kleingärtner wollten kein Eigenleben fuhren, sondern mit ihren Anlagen der Stadt dienen.
Das Gemeinschaftshaus war damals 14 m lang und hatte eine Giebelfrontseite von 8 m. Der Hauptraum war ca. 120 qm groß. Unter der Obhut der jeweiligen Vereinswirtinnen hat sich inzwischen in dem Haus der Begegnung, wie es einmal in der Tagespresse genannt wurde, ein reges Leben entfaltet. Vom 1. Januar 1963 bis 31. Dezember 1969 wurden die Gäste von Frau Mia Schulte betreut. Danach, also vom 1. Januar 1970 bis 31. Dezember 1975 sorgte Frau Gertrud Tackenberg für das leibliche Wohl der Gäste, und vom 1. Januar 1976 bis 28. Februar 1983 hatte Frau Anne Bartels diese Aufgabe übernommen. In den 44 Jahren seit Bestehen des Vereinshauses haben viele Veranstaltungen stattgefunden: Vorträge über Themen wie Bodenproben, Gehölzschnitt, Düngeprobleme, Rasenpflege, Erdbeerernte ohne Schimmel, Anleitungen für Blumen- und Adventsgestecke usw. Weiterhin wurden Erntedankfeste, Kappenfeste, Parzellenfeste und Skatturniere veranstaltet, die alle der Begegnung und des Kennenlernens untereinander dienen sollten. Die Gäste haben bei diesen Festen viele fröhliche Stunden verlebt. Jährlich finden eine Altenfeier und das Kinderfest statt, auf beides wird noch gesondert eingegangen. Nach einem Schwelbrand am 4. Oktober 1973, der frühzeitig entdeckt wurde, mussten 100 Stunden für Aufräumarbeiten von den Mitgliedern geleistet werden, ehe die Handwerker das Vereinshaus wieder so herrichten konnten, wie es einmal war.
Ab dem 3.Februar 1977 haben sich Jugendliche zu einem „Erste Hilfe Kurs“ versammelt. Damals wusste man noch nicht, dass daraus eine gut funktionierende Jugendgruppe wird. Das von der Jugendgruppe im Vereinshaus veranstaltete Tischtennisturnier im April 1975 zeigte das erste Mal, das sich Vereinshausbetrieb und Jugendgruppe nicht gut vertrug. Die Baracke für die Jugendgruppe wurde durch den Vorstand noch im selben Jahr angeschafft. Das diese Jugendbaracke in der Vereinshausgeschichte erwähnt wird, war auch zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu übersehen.
Ab Juli ist dann an jedem Donnerstag der zuständige Kontaktbeamte der Schutzpolizei im Vereinshaus für Fragen der Kleingärtner anwesend.
Am 1. Oktober 1978 wurden die Sieger des zweiten Gartenwettbewerbes anlässlich des Erntedankfestes geehrt.
1979 sind zum ersten Mal die Senioren des Bischof-Lilie-Heim zu Kaffe und Kuchen eingeladen.
1980, die Vorbereitungen für den Erweiterungsbau des Vereinshauses laufen an, mit dem Fortschreiten des Baues wird es nötig sein, das Vereinshaus zu schließen. Ein Verkaufswagen und ein Zeltvordach werden den behelfsmäßigen Ersatz stellen. Ein Provisorium, aber ein Treffpunkt der Kleingärtner, die das Bauen und die Arbeiten am Vereinshaus im Auge behalten wollen. Am 3. Oktober 1980 Richtfest. Große Feier im Zelt vor dem Erweiterungsbau des Vereinshauses. Viel Prominenz gab uns die Ehre. Freibier und Würstchen als Dankeschön für alle Helfer aus Rat, Stadt und Verein. Die Jugendbaracke wird am 3. Oktober umfunktioniert, um bei den kommenden Winterumbauten weiterhin einen Treffpunkt für die Kleingärtner aufrecht zu erhalten. Spenden sind in dieser Zeit gern gesehen, nicht nur Geld sondern auch Zeit. Alle Geldspender über 100,- DM, so beschließt der erweiterte Vorstand, erhalten im neuen Haus an einer Wand eine Kachel mit ihrem Namen. Bis zum 2. März 1981 sind hundert Geldspenden für das Bauvorhaben eingegangen. 1981 findet das erste Mal in der neunzehnjährigen Vereinshausgeschichte keine Jahreshauptversammlung im Vereinshaus statt. Der Verein weicht in das Haus Venneman, Johannisstraße aus. Für den 20. Juni 1981 wird eine außerordentliche Mitgliederversammlung im noch nicht fertig gestellten Vereinshaus einberufen. In geheimer Abstimmung wurde über den Punkt: Weiterbau oder Baustopp abgestimmt. Mit großer Mehrheit entschieden sich die Mitglieder für den Weiterbau.
An dieser Stelle Dank auch an Willi Schwerdtner und Hans-Jürgen Hermeling, die – wann immer man zur Baustelle kam – anwesend waren. Zuletzt sei noch ein Name aus der Schar der vielen Helfer genannt: Wolfgang Tinnemeyer, der so manchen Rat wusste, wie man handwerkliche Schwierigkeiten bewältigte. Der Chronist weis, er kann nicht allen gerecht werden. Aber alle Namen der zahllosen Helfer zu nennen würde den Rahmen dieser Festschrift sprengen.
Deshalb an dieser Stelle nochmals Herzlich Dank an Alle!
31. Oktober 1981. Eröffnung des neuen Vereinshauses. Ein Novum, es gibt ab jetzt gezapftes Bier, nicht wie bisher nur Flaschenbier. Übergabe der Schlüssel des Vereinshauses an die Vereinswirtin Anne Bartels, und des Jugendraumschlüssels an den Jugendleiter Ingo Grunert, durch den ersten Vorsitzenden.

Ab 1982 läuft der Vereinshausbetrieb im neuen Haus wieder auf vollen Touren. Tanzveranstaltungen, Frühschoppen, Parzellenfeste, Vorträge, Skatturniere, Kaffeekränzchen, das Vereinshaus als Mittelpunkt des Vereinslebens und Treffpunkt der Kleingärtner. Jetzt können auch private Geselligkeiten von Mitgliedern im abzutrennenden Raum gefeiert werden, ohne dass das normale Vereinsleben gestört wird. Der Vorstand hat sich in seinen neuen Räumen im Untergeschoß schnell eingelebt. Raum, Licht und Platz ist hier für die ehrenamtliche Arbeit vorhanden. Es fällt viel Arbeit an bei der Verwaltung eines Vereines.
Das Vereinshaus hat einen umbauten Raum von 316 qm, davon können 176 qm für Veranstaltungen genutzt werden. Das Büro des Vorstandes ist 34,86 qm. Der Jugendraum ist 47,30 qm groß.
Ab dem 2. März 1983 hat das Vereinshaus eine neue Wirtin, Helga Niermann. Nach den vielen Ereignissen in den Jahren 80 – 82 ist jetzt wieder der Alltag eingekehrt. Nachträglich ist zu erwähnen, dass der Jugendraum seiner Bestimmung nach voll ausgebaut ist und genutzt wird. Durch den separaten Eingang ist die Jugendarbeit jetzt optimal und Alt und Jung kommen sich nicht mehr ins Gehege.
Auf der Jahreshauptversammlung am 10.März 1984 führt der erste Vorsitzende des Vereines aus, dass Kleingartenanlagen friedliche Inseln im ruhelosen Strom der Zeit sind. Der Schreiber dieser Zeilen möchte diese Aussage ergänzen: „Aber ein Vereinshaus gehört auf jede dieser Inseln.“
Im Dezember 1989 wurde unser Vereinshaus an den Schmutzwasserkanal angeschlossen, damit ist das 3-Kammersystem überflüssig. Hiermit haben wir unseren Beitrag zum Umweltschutz geleistet.
Ab Januar 1992 übernahm Walter Knebelkamp mit seiner Frau Irmgard die Bewirtung.
Am 1. November 1994 übernahm Alois Bruns mit seiner Frau Ingrid die Bewirtung des Vereinshauses. Die Schankerlaubnis für die Gartenterrasse wurde zum 1. Februar 1995 erteilt. Seit dem findet im Sommer bei gutem Wetter ein reger Biergartenbetrieb am Vereinshaus statt.
Nach der Kündigung durch Alois Bruns übernahm Kerstin Fiebig am 15. November 1997 als neue Wirtin das Vereinshaus. 1999 wurde ein Teil der Pflasterung des Vereinshausvorplatzes erneuert. Im September des gleichen Jahres wurde auch die Beleuchtungsanlage erneuert. Für die Aufbewahrung der Außenbestuhlung wurde 2000 ein Lagerschuppen errichtet.
Die 85-Jahr Feier fand vom 17. bis 19. August in einem separat aufgestellten Festzelt auf der Wiese vor dem Vereinshaus statt. Am 17. August wurden langjährige Gartenfreunde geehrt, am 18. fand der gut besuchte Festball statt und am 19 August wurde innerhalb eines Festaktes zum Frühschoppen durch den Oberbürgermeister eine Eberesche in der Vereinshausanlage gepflanzt.
In den ersten Wochen des Jahres 2002 im Keller eine neue Kühlanlage eingebaut und in der Küche Renovierungsarbeiten durchgeführt.
Am 30. November 2003 lief der Schankvertrag - und damit das durch den Lieferanten gegeben Darlehn – mit der DAB aus.
Brauereiunabhängig konnte nun mit der Brauerei Veltins und dem Lieferanten Getränke Glandorf ein guter Lieferpreis ausgehandelt werden, so das der Preis für ein „kleines“ Bier (0,2l) bei 1 € gehalten werden konnte.
Im Januar 2005 wurde das Vorstandbüro in den inzwischen nicht mehr genutzten Jugendraum verlegt.
Ende 2005 wurde ein neuer Brunnen am Vereinshaus für die Wasserversorgung gebohrt und in Betrieb genommen.
Der Pflasterbereich vor dem Vereinshause wurde nach Ostern 2006 begradigt. Deswegen musste der Ahorn weichen. Als Ersatz wurde ein Ginkgo-Baum im hinteren Bereich gepflanzt. Mitte des Jahres 2007 wurde der Vertrag mit der mit Vereinswirtin gekündigt. Sie verließ uns überraschend vorzeitig nach dem Kinderfest. Der Vorstand konnte zum Glück innerhalb kurzer Zeit einen Nachfolger gewinnen. Michael Werner übernahm die „Scholle“. Er brachte neuen Wind und Ideen mit. Er hatte die Idee, das Erntedankfest nicht nur als Kohlrabi-Olympiade zu begehen, sondern auch unsere ausländischen Gartenfreunde teilhaben zu lassen. So wurde dann 2008 ein ökumenischer Gottesdienst und ein internationales Mittagessen organisiert. Alle Speisen wurden von Gartenfreunden bereitet. und an das Publikum verkauft.
2009 wurde eine Grillbude aufgebaut. Diese hatten die Freunde von Michael gefertigt und auf dem Vorplatz aufgebaut. Ab da gab es Grillspeisen und Getränke im erweiterten Biergarten. Der Dachdeckerbetrieb Gerhard Wagner spendete auf Anregung von Michael Werner die Stange für einen Maibaum. Dieser wurde dann durch den Festausschuss und einigen Freiwilligen gestrichen und an das Vereinshaus gebracht. Der Schmuck wurde entworfen, hergestellt und schließlich wurde der Baum mit vereinten Kräften per Hand aufgestellt. Der Baum erlangte auf Anhieb den 9. Platz bei Wettbewerb der NOZ. Der große Saal wurde 2009 durch eine Trennwand geteilt. Dadurch wurde der „Wartesaal“ Charakter des Vereinshauses abgeschafft und eine Menge Energie eingespart. Am 1.Mai 2011 übernahm Frank Nußher als Unterpächter von M. Werner das Vereinshaus. In den Folgejahren wurde der Biergarten immer beliebter. Die „Scholle“ war eine Institution im Stadtteil. Der Vertag mit Frank Nußher wurde im Herbst 2015 gekündigt. Ende des Jahres brach wegen zu hohem Grundwasserstand der Kellerboden des „alten“ Vereinshauses. Täglich mussten ca. 40-50 Liter Wasser aus dem Keller gepumpt werden. In der Winterpause Januar 2016 wurde der Thekenbereich grundlegend renoviert. Das dunkle Buffet und die Theke wurden neu in helleren Tönen gestaltet. Pünktlich zum 100sten Vereinsjubiläum übernahm die neue Wirtin Claudia Gemba. Die erste Veranstaltung war der offizielle Festakt zur Gründung am 16.02.1916. Zu der Veranstaltung waren offizielle Gäste und der erweiterte Vorstand geladen. Im März wurde neuer Estrich auf die gebrochene Kellersohle aufgebracht. Die Zusammenarbeit mit der neuen Wirtin gestaltete sich problematisch, so dass der Vertrag zum 28. Februar 2017 gekündigt wurde. Im November wurde eine neu Brennwertheizung eingebaut um die Heizkosten zu verringern und Umweltwerten gerecht zu werden. Nach kurzer Suche wurde David Mason gefunden. Er übernahm das Vereinshaus mit den Worten: „ Was Darf ich hier verschönern?“. Er hat es mit seinen Freunden innerhalb kurzer Zeit geschafft. Die Zusammenarbeit mit den Vereinsorganen wurde wieder verbessert.